Darmkrebs

Der Dickdarm

 

Die Nahrung legt auf ihrem Weg durch das Verdauungssystem etwa sechs Meter zurück. Der erste Schritt der Verdauung beginnt bereits mit der Nahrungszerkleinerung im Mund. Von dort aus gelangt die zerkleinerte Nahrung über die Speiseröhre in den Magen und weiter über den Dünndarm in den Dickdarm. Der Dickdarm macht auf den Weg durch den Verdauungstrakt etwa die letzten anderthalb Meter aus.

 

Seine Aufgabe ist es, dem weitgehend verdauten Nahrungsbrei aus dem Dünndarm, Wasser und Salze zu entziehen und den eingedickten Rest als Stuhl auszuscheiden.

 

Die Wand des Dickdarms besteht aus mehreren Schichten: die innerste Schicht ist die Darmschleimhaut, die alleine mit den Nahrungsresten in Verbindung kommt. In der weiter außen gelegenen Muskelschicht sorgen Muskelfasern für ein peristaltische (vorwärts gerichtete) Bewegung Richtung Darmausgang.

 

Der Dickdarm umgibt den Dünndarm wie ein Rahmen und gliedert sich in zwei große Abschnitte: in den Grimmdarm (Kolon) und den Mast- / Enddarm (Rektum).

 

Was ist Darmkrebs?

 

Wenn man von Darmkrebs spricht, ist damit fast immer eine Krebserkrankung des Dickdarms oder des Mastdarms gemeint. Zusammenfassend werden sie als kolorektales Karzinom verstanden. Bösartige Tumore im Dünndarm sind dagegen eher selten. Je nachdem welcher Abschnitt des Dickdarms betroffen ist, unterscheidet man zwischen Kolonkrebs und Rektumkrebs. Geht der Krebs vom letzten Abschnitt des Dickdarm - dem Mastdarm - aus, spricht man von Rektumkrebs. Beim Kolonkrebs befindet sich der Tumor in höheren Darmabschnitten. Dickdarm- und Mastdarmkrebs unterscheiden sich in ihrer Entstehung und Behandlung.

 

Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten in Deutschland. Derzeit ist Darmkrebs bei  Männern sowie Frauen die zweithäufigste Krebserkrankung.

 

Wie entsteht Darmkrebs?

 

Darmkrebs entsteht in der Schleimhaut des Darmes und entwickelt sich meist langsam über Jahre. Man geht davon aus, dass der Tumor in den meisten Fällen aus Polypen entsteht. Darmpolypen sind gutartige Wucherungen der Darmschleimhaut. Im Verlauf mehrerer Jahre kann - muss aber nicht - aus den Darmpolypen ein bösartiger Tumor entstehen, der die natürlichen Grenzen des Gewebes ignoriert und in die gesamte Darmwand eindringen kann.

 

Etwa 90 Prozent der Darmerkrankungen entstehen auf diese Weise, wenn die Darmpolypen entarten und somit ihre Zellen zu Krebszellen umgewandelt werden.

 

Ursachen und Risikofaktoren von Darmkrebs

 

Die Ursachen für die Entstehung von Darmkrebs sind bisher nicht eindeutig geklärt. Man kennt jedoch bestimmte Faktoren, die das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, erhöhen:

Alter: Die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Darmkrebs steigt mit dem Alter. Etwa 90 Prozent der Darmkrebsfälle treten nach dem 50. Lebensjahr ein.
Chronische Erkrankungen des Darms: Eine chronische Erkrankung des Darms (z.B. Morbus Chron oder Colitis ulcerosa) erhöht das Risiko an Darmkrebs zu erkranken, vor allem, wenn die Krankheit schon mehrere Jahre besteht und einen großen Teil des Dickdarms betrifft.
Familiäres Risiko:

In seltenen Fällen sind Darmkrebs oder Darmpolypen bereits in der Familie bekannt. Man unterscheidet bei einem familiären Risiko zwischen:

 

  • Erblichem Darmkrebs: Etwa fünf Prozent der Darmkrebspatienten sind erblich vorbelastet. Das Darmkrebsrisiko wird durch die Veränderung gewisser Gene erhöht, die von einer Generation an die nächste Generation vererbt werden können. Zum erblichem Risiko gehören der HNPCC sowie die FAP und weitere seltene Darmkrebsformen.
  • HNPCC (erblicher nicht polypöser Kolonkrebs): ist der häufigste vererbbare Darmkrebs und macht in etwa zwei Prozent der Darmkrebsfälle aus.
  • FAP (familiäre adenomatöse Polypose): seltene, vererbbare Erkrankung, bei der es zur Bildung von hunderten Polypen im Dick- und Mastdarm kommt.
  • Familiär gehäuften Darmkrebs: Bei einer Anhäufung von Darmkrebs in der Familie - vor allem bei engen Blutverwandten - besteht ein erhöhtes Risiko an diesem Krebs zu erkranken.
Ungesunde Lebensweise: Wer Übergewicht hat, sich ungesund ernährt und raucht, erhöht sein Risiko, Darmkrebs zu bekommen. Der Einfluss der Ernährung auf das Krebsrisiko ist allerdings nicht sehr groß.

Bei rechtzeitiger Früherkennung von Darmkrebs liegen die Heilungschancen bei über 90 Prozent.

 

Anzeichen für Darmkrebs

 

Darmkrebs kann lange wachsen, ohne das Betroffene es merken. Folgende Zeichen können auf einen Darmkrebstumor hindeuten:

  • Veränderungen bei Stuhlgang (Durchfall, Verstopfung oder bleistiftdünner Stuhl)
  • Blut im Stuhl (rot bis schwarz verfärbte Ausscheidung)
  • Allgemeine Bauchbeschwerden (Blähungen, Völlegefühl oder Krämpfe)
  • Gewichtsverlust und Kräfteverfall
  • Tastbare Verhärtungen im Bauchraum, vergrößerte Lymphknoten
  • Ständige Müdigkeit
  • Krampfartige Bauchschmerzen und auch wiederholt einsetzender zwingender Stuhldrang, häufig ohne anschließende Stuhlentleerung