Leberkrebs

Die Leber

 

Die Leber ist das größte und mit etwa anderthalb Kilo das schwerste unserer inneren Organe. Sie liegt im rechten Oberbauch unmittelbar unterhalb des Zwerchfells. Das keilförmige Organ besteht aus einem rechten und einem linken Leberlappen: der rechte nimmt etwa zwei Drittel des gesamten Organs ein, der linke etwa ein Drittel.

 

Unter dem Mikroskop betrachtet, setzt sich die Leber aus vielen kleinen Einheiten zusammmen. Die sogenannten Leberläppchen funktionieren jeweils einzeln und bestehen wiederum aus zahlreichen Leberzellen. Zwischen den Leberzellen befinden sich Blutgefäße, die das Blut aus der Leberarterie und der Pfortader in die Zentralvene transportieren.

 

Als einziges Organ ist die Leber in zwei Blutkreisläufe eingebunden. An der Unterseite der Leber - der Leberpforte - treten die Leberarterie und die Pfortader ein. Die Leberarterie liefert sauerstoffreiches Blut zur Versorgung der Leber aus dem Herzen. Das Blut verlässt die Leber wieder durch die Lebervene. Durch die Pfortader wird sauerstoffarmes Blut der Bauchorgane (Darm, Magen, Bauchspeicheldrüse, Milz und Gallenblase) in die Leber transportiert.

 

Funktionen der Leber

 

Die Leber ist ein zentrales Organ für unseren Stoffwechsel. Sie erfüllt drei große für unseren Körper lebenswichtige Funktionen: Reinigung, Synthese und Speicherung.

Reinigung und Entgiftung: Eine wichtige Funktion der Leber ist die Entgiftung körpereigener und körperfremder Stoffe in unschädliche Substanzen. Schadstoffe, Alkohol, Medikamente und körpereigene Stoffe werden in die Blutbahn aufgenommen und durch die Pfortader zur Leber  transportiert, wo sie um- und abgebaut werden. Zum Beispiel neutralisiert die Leber Medikamente, nachdem sie gewirkt haben, wodurch eine gefährliche Ansammlung vermieden wird. Diese Giftstoffe gelangen durch den Blutkreislauf in die Nieren und werden dort als Abfallstoff durch den Urin abgegeben.
Synthese: Die Leber ist nicht nur ein Speicher von Nährstoffen, sie stellt auch selbst lebenswichtige Stoffe wie das Eiweiß Albumin, her. Außerdem produziert die Leber wichtige Substanzen für die Blutgerinnung, ohne die eine Blutstillung nicht möglich wären. Auch ist die Leber unerlässlich für die Verdauung. Sie produziert bis zu einem Liter Gallenflüssigkeit pro Tag und leitet diese über die Gallenblase in den Darm ein. Dort hilft die Galle dabei, das Fett in kleinste Bestandteile aufzuspalten und zu verdauen.
Speicherung:  

Die Leber dient ebenfalls als Zwischenspeicher für Kohlenhydrate (Glukose), Fett, Vitamine und verschiedenen Spurenelementen. Sie nimmt die Stoffe aus dem Blut auf und stellt sie im Bedarfsfall dem Organismus wieder zur Verfügung.

 

Was ist Leberkrebs?

 

Leberkrebs ist eine bösartige Erkrankung, die von den Leberzellen selbst ausgeht (Leberzellenkarzinom, HCC). Eher seltener kann Leberkrebs auch von den Zellen der Gallengänge ausgehen (Gallengangkarzinom). Beide Formen machen ähnliche Beschwerden, werden aber unterschiedlich behandelt.

 

Leberkrebs ist eine eher seltene Krebserkrankung. Häufiger kommt es vor, dass durch Tochtergeschwülste von anderen Organen, ein bösartiger Tumor in der Leber entsteht. Diese Krebserkrankung der Leber wird als sekundärer Leberkrebs bezeichnet und unterscheidet sich in der Behandlung von einem Leberzellkarzinom.

 

Ursachen und Risikofaktoren von Leberkrebs

 

In rund sechszig bis achtzig Prozent der Leberkrebsfälle ist eine irreversible Schädigung der Leber (Leberzirrhose) die Ursache. Diese Erkrankung kann oftmals als Folge einer Hepatitis-B- oder -C oder eines langjährigen übermäßigen Alkoholmissbrauchs entstehen. Das Lebergewebe wird so geschädigt, dass es vernarbt und seine Funktion verliert.

 

Neben diesen Ursachen für Leberkrebs, gibt es noch weitere Risikofaktoren, die eine Entstehung des Krebses begünstigen:

 

  • Eisenstoffwechselerkrankung (Hämochromatose): Bei einer Hämochromatose lagert der Körper zu viel Eisen ein, wodurch es zu einer Schädigung der Leber und anderer innerer Organe kommen kann.
  • Schimmelpilzgiftstoffe (Aflatoxine): das Gift des Schimmelpilzes Aspergillus flavus wächst auf Getreide, Nüssen und anderen Lebensmitteln, vor allem bei einem feuchten Klima.
  • Nicht-alkoholische Fettleber: Eine nicht-alkoholische Fettleber entsteht vor allem als Folge von Adipositas.
  • Einnahme bestimmter Sexualhormone (z.B. Anabolika): Bei einer unkrontollierten Einnahme bestimmter Sexualhormone kann es zu Leberschäden kommen, die ein Wachstum von Leberschäden begünstigen.

Anzeichen für Leberkrebs

 

Leberkrebs verursacht zunächst zu Beginn der Erkrankung kaum Beschwerden und wird deshalb zum größten Teil erst im fortgeschrittenen Stadium festgestellt. Kleine Tumore wurden bislang nur zufällig im Rahmen von Routineuntersuchungen gefunden. Mögliche Anzeichen für Leberkrebs sind:

 

  • Schmerzen im Oberbauch
  • Ungewollter Gewichtsverlust
  • Müdigkeit, Schwäche und Leistungsverminderung
  • Fieber, Appetitlosigkeit, Übelkeit
  • Geschwollener Bauch
  • Gelbsucht
  • Juckreiz