Lungenkrebs

 

Die Lunge

 

Über die Atemwege, also die Nase, den Rachen, den Kehlkopf und die Luftröhre gelangt Sauerstoff bei der Einatmung in die Lunge. Durch den in der Lunge stattfindenden Stoffwechsel wird der Sauerstoff dann in die Blutbahn abgegeben und gleichermaßen das "Abfallprodukt" Kohlendioxid aus dem Blut aufgenommen und in die Luft abgegeben. Die Lunge kann mit einem auf dem Kopf stehenden Baum verglichen werden, die sich ähnlich wie die Äste und Zweige immer weiter verdünnt und verzweigt. Die Lunge besteht aus den beiden schwammartigen Lungenflügeln, die sich in unzählige Lappen und Läppchen gliedern. Am Ende dieser fortlaufenden Verzweigungen findet man schließlich die Bronchiolen, die über die Alveolargänge in die Lungenbläschen (Alveolon) übergehen.

 

Was ist Lungenkrebs?

 

Bösartige Tumore der Lunge gehen entweder direkt vom Lungengewebe aus oder entstehen als Absiedlungen von Tumoren anderer Organe - als Lungenmetastasen. Als eigentlicher Lungenkrebs, auch Lungen- oder Bronchialkarzinom genannt, werden jedoch bösartige Geschwülste bezeichnet, die direkt vom Lungengewebe selbst ausgehen. Meistens geht er von der Schleimhaut aus, die die Bronchien auskleidet.

 

Lungenkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen  in Deutschland. Ein solcher Tumor kann in allen Abschnitten der Lunge entstehen, mehr als die Hälfte der Tumore kommen jedoch in den oberen Teilen der Lungenflügel vor.

 

Lungenkrebs kann nach dem Erscheinungsbild unterm Mikroskop in zwei Hauptgruppen eingeteilt werden: in kleinzelligen und nicht kleinzelligen Lungenkrebs. Diese Unterscheidung von Lungenkrebs spielt für die Therapie und Prognose der Erkrankung eine entscheidende Rolle, da sich die verschiedenen Arten in ihrer Aggressivität und ihrem Verlauf unterscheiden.

 

  • Nichtkleinzelliger Lungenkrebs: Diese Form ist die wesentliche häufigere Form von Lungenkrebs mit etwa 85 Prozent. In der Regel wachsen nichtkleinzellige Karzinome langsamer und streuen später in umliegendes Gewebe. Zu dieser Art von Lungenkrebs gehören: das Plattenepithelkarzinom, das Adenokarzinom sowie das großzellige Karzinom.
  • Kleinzelliger Lungenkrebs: Kleinzellige Karzinome sind deutlich seltener. Sie wachsen oft besonders schnell und dringen schon früh über die Grenzen des Lungengewebes hinaus in andere Organe ein.

Ursachen und Risikofaktoren für Lungenkrebs

 

Es gibt keine eindeutigen Ursachen für Lungenkrebs. Experten gehen davon aus, dass bei der Entstehung von Lungenkrebs (vor allem) mehrere äußere Faktoren zusammenwirken. Als Risikofaktoren gelten:

  • Tabakkonsum: Eine der bedeutendsten Faktoren bei der Entstehung von Lungenkrebs ist das Rauchen. Etwa jeder 10. Raucher erkrankt in seinem Leben an Lungenkrebs. Im Tabak sind Schadstoffe enthalten, die die Zellen in der Lunge schädigen und damit eine Entartung der Schleimhautzellen fördern. Das Risiko eines Lungentumors steigt mit der Anzahl täglich gerauchter Zigaretten und mit der Dauer des Rauchens. Auch Zigarren- und Pfeifenrauchen sowie Passivrauch fördert die Entstehung von einem Lungekarzinom.

  • Krebserregende Substanzen am Arbeitsplatz: Vor allem Berufsgruppen, die in Kontakt mit Asbest, Arsen, Chrom, Nickel, Teer und Ruß stehen, haben ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko. Gefährlich sind besonders Schadstoffe, die als Stäube oder Dämpfe eingeatmet werden. Aber auch Strahlenbelastungen mit beispielsweise Radon oder Röntgenstrahlung gelten als Risikofaktoren. Durch den Arbeits- und Gesundheitsschutz gelten am Arbeitsplatz strenge Auflagen, daher konnten die berufsbedingten Krebsrisiken in den letzten Jahren deutlich reduziert werden.
  • Umwelt: Eine sehr hohe Schadstoffbelastung der Luft kann das Lungenkrebsrisiko geringfügig erhöhen. Als ein bedeutsamer Faktor wird hierbei der Dieselruß eingestuft. Insbesondere Raucher sind hier und bei anderen Schadstoffen, die eingeatmet werden, gefährdet, weil ihre Lunge bereits vorgeschädigt ist. Als weiterer Risikofaktor aus der Umwelt gilt Radon. Das radioaktive Edelgas kommt in Gegenden mit hohem Uran- oder Thoriumgehalt im Boden und in Felsen vor.

Anzeichen für Lungenkrebs

 

Lungenkrebs entwickelt sich meist beschwerdelos. Erst im fortgeschrittenen Stadium treten unsepzifische Symptome ein. Je früher Lungenkrebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Allerdings gibt es keine Früherkennungsuntersuchungen für Tumore in der Lunge. Deshalb ist es wichtig die folgenden Symptome ärztlich abklären zu lassen:

 

  • chronischer Husten, der sich plötzlich verändern kann
  • Schmerzen im Brustkorb
  • Auswurf, der auch Blut enthalten kann
  • Pfeifende Atmung, Atemnot und Heiserkeit
  • Wiederholte Erkrankung an Bronchitis oder Lungenentzündung, die sich trotz Behandlung mit Antibiotika nicht bessert
  • Schwellungen im Gesicht und am Hals
  • Appetitlosigkeit und ungewollter Gewichtsverlust
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit

Diese Symptome können - müssen aber nicht - auf Lungenkrebs hinweisen. Viele weniger scherwiegende Erkrankungen können ebenfalls solche Beschwerden hervorrufen.